Die Feldbahn-Dampflokomotive vom Typ "MALLET", gebaut von Orenstein & Koppel in Berlin im Jahre 1909 No. 3902, soll als Modell in der Spurweite H0f entstehen. Das Modell-Fahrzeug soll digital betrieben werden. Als Besonderheit ist wohl die aufwendige und schwenkbare Konstruktion des Fahrwerkes zu nennen.
Die Räder haben beim Vorbild einen Durchmesser von 500mm.
Zunächst werden die Naben und die Radreifen aus Neusilber gefräst. Danach werden die Teile vom Rohling getrennt. Die Isolierung zwischen Nabe und Radreifen besteht aus dünnen Papier 0,1 mm. Geklebt wird mit niedrig viskosen Klebstoff.
Die Radreifen werden mit einem Drehstahl RP25 auf Maß gedreht.
Die fertigen isolierten Räder werden zur Stellprobe in das Bild gestellt.
Im Hausaufgabenheft stehen die Konstruktion des schwenkbaren Fahrwerkes und die Skizzierung der Platzverhältnisse für die elektronischen Teile und des Motor.
So könnte es aussehen, damit die freie Sicht auf das Führerhaus nicht behindert wird.
Einige Bilder zeigen die Konstruktion der beiden Fahrwerke. Diese sind in der senkrechten Achse drehbar, damit das Fahrzeug gute Bogenlaufeigenschaften besitzt.
Sowohl der hintere als auch der vordere Fahrwerkrahm zeigen die beiden spiegelbildlichen rechten und linken Hälften. Die Aussparungen werden innen die Achsen, Kugellager und Zahnräder aufnehmen.
So sehen die Hälften durch Schraubverbindungen M1 in der CAD-Zeichnung aus. Das Gelenk in den Kurven ist gut sichtbar.
So nun wird es aber Zeit, die virtuelle CAD-Welt durch die realen Fahrwerk zu zeigen. Die Fahrwerksteile sind aus Rotguß gefräst. Das Material läßt sich gut zerspanen und die Gleitlager sind ebenfalls geeignet.
Die Inneneinrichtung muß aus Platzgründen auf das Gehäusefahrwerk montiert werden.
Die Aufnahme zeigt den Anschluß für den 6 mm Motor. Die Kraftübertragung erfolgt dann durch mehrere Stirnzahnräder M0.2. Damit ist die höhere Position des Motors möglich. So ist die Unterbringung ihn Kessel machbar.
In den nächsten Arbeitsschritten werde ich das Innenleben der beiden Fahrwerk montieren und auf die kurvenreiche Teststrecke schicken.
Das Innenlebendes des vorderen Fahrwerk mit den Kugellagern und dem Kreuzkopf.
Beim Bauen der beiden schwenkbaren Fahrwerke habe ich versucht die Rotationsachsen der Schnecken und die senkrechte Achse des Scharniers in einem Punkt zu finden. Das hat mir Schwierigkeiten bereitet, denn der Kreuzkopf muß genau auf diesen Punkt treffen.
Ein kleiner Video Schnipsel zeigt den analogen Betrieb mit dem 6mm Maxon-Motor. Wenn alles gut und leicht läuft, dann bewegt es sich schon bei einer Spannung von 2 Volt.
Nun soll es um den Bau des Gehäuses gehen. Für die Gestaltung der Nietreihen verwende ich die Ätztechnik. Die Nietköpfe sollen auf den Blechflächen mit 0,1 mm erhaben sein. Den Durchmesser habe ich ca. 0,25 mm gewählt. Beim Zeichnen soll die Unterätzung mit berücksichtigt werden. Einige Nietreihen haben einen Abstand von 0,5 mm. Die Bleche wurden durch einem Fachmann für das Ätzen mit halbhartem Messing ausgewählt, damit eine Verwerfung beim symmetrischen Abtragen auf der Nietseite vermieden wird. Die Blechstärke von 0,2 mm erlaubt eine gute Detailierung. Mit der Schichtbauweise kann man die Stabilität und das Gewicht erhöhen. Die Blechteile, deren Ecken nicht durch das Biegen gestaltet werden, sind stumpf verlötet. Am besten sieht es aus, wenn man nur eine halbe Blechdicke zu sehen ist. Gewählt habe ich 2 Blech, also zusammen 0,4mm, die mit kleinen Messingnieten genau fixierten werden. Die beiden Schichten werden durch Weichlöten von unten verbunden. Dazu sind innen nicht sichtbare Taschen ausgeätzt.
Die Schnittzeichnung ermöglicht auch, daß die Köpfe der Messingniete zu versenken. Der Schaft ist innen nicht zu sehen. Beim Weichlöten kann der Schaft etwas größer ausfallen, damit Löt hineinfließen kann.
Nun bin ich wirklich gespannt, ob die Ätzergebnisse so ausfallen, wie ich mir das vorstelle.
Das Projekt wird weiter dokumentiert.
