Dampflok  Jacobi in H0F

Im Museumsführer des Frankfurter Feldbahn Museum ist die Dampflokomotive 14  "JACOBI" mit ihren Maßen abgebildet. Für diese Grundlagenarbeit möchte ich mich bei den Kollegen des Museums bedanken. Sie bildet die Möglichkeit dieses schöne Vorbild in ein Modell umzusetzen.

 

Die Herausforderung bei diesem Modell wird das Fahrwerk sein. Es soll auf den handelsüblichen und weit verbreiteten Gleismaterial der Fa. BUSCH mit einem Radius von nur 115 mm lauffähig sein.

Im Schritt 1 wird nun begonnen die bekannten Maße in ein CAD-System zu übertragen. Das Zwischenergebnis läßt schon einen Eindruck von der Lokomotive zu.

Aus den erfassten Daten kann man ein 3-D-Druckmodell herstellen. Da die Oberflächenqualität bekanntlich nicht mit der eines Modelles aus Metall mithalten kann, wird daraus am besten ein "Dummy" als verrostetes Ausstattungsstück. Die Oberflächenbehandlung habe ich mit "Instant Rust" der Fa. "Triangle Crafts" gemacht. Damit entsteht ein Eindruck über die große des Modells und interessant ist auch, der Vergleich mit der zierlichen "Max Orenstein 173".  Wer sich solche Modelle drucken lassen will, kann das hier tun.

In einem ersten Schritt werden die Räder der Jacobi hergestellt. Als Material habe ich Neusilber verwendet. Die Radreifen sollen vom Rest des Modells elektrisch isoliert sein. Der Vorteil: die Steuerung muß nicht aufwendig isoliert werden. Die Rohlinge sind in der Abbildung zu sehen. Anders als bisher, sind die Radreifen mit ihrer Nabe am Stück, verbunden durch 3 kleine Stege,  in der Fräse entstanden. Neu ist auch die Breite des des Isolierschlitzes, es sind nun 0,4 mm. Die Gefahr einer elektrischen Verbindung zwischen Nabe und Radreifen durch kleine Späne ist geringer und die Isoliermasse (2K Klebstoff) läßt sich leichter einfüllen. Überschüssiger Klebstoff wird abgedreht, die kleinen Stege werden ausgefräst. Ebenso wird die Lauffläche mit einem RP25-Drehstahl ganz leicht überdreht, der Rundlauf verspricht so gut zu werden. Wie die Abbildung zeigt, ist das mittlere Treibrad ohne Laufkranz und die Räder der Laufachse sollen bei der Stromaufnahme beteiligt sein, diese haben ebenfalls Isolierschlitze.

 

Das Grundkonzept für diese Lokomotive ist nun fertig. Die nachlaufende Achse wird schwenkbar gestaltet, damit der enge Radius  der BUSCH Feldbahngleise durchfahren werden kann. Der Drehpunkt für diese Schwenkbewegung liegt senkrecht über der mittleren Treibachse. Damit ein Anteil des Fahrzeuggewichtes auf der nachlaufenden Achse liegt, stützt sich der Nachläufer nach oben auf 2 kugelgelagerten Punkten gegen die Unterseite des Gehäuses. Die Halterung für den Motor ist so konstruiert, dass das Spiel zwischen Schnecke und Schneckenrad durch Langlöcher eingestellt werden kann. Das wird möglich, weil der Glockenankermotor auf einer Stirnseite 2 Gewindelöcher M1.2 mm besitzt.

Inzwischen ist auch der Getriebeblock fertig.

 

Bislang hatte ich die Getriebe mit hoher Untersetzung konzipiert. Hierzu wurden Zahnräder M0,2 verwendet. In der Spurweite H0f  wurde eine Schwungmasse als Energiespeicher eingesetzt. Das Getriebe bestand aus 2 Hälften, die aus durch Stifte fixierten Blechen 0,3 mm zusammengesetzt wurden.

 

Bei diesem Modell kommen  neue Überlegungen zur Anwendung. Als Energiespeicher wird eine Ladeschaltung mit 2 SuperCaps einen Sounddecoder versorgen. Die Schwungmasse entfällt. Der Einsatz von Glockenankermotoren der oberen Preiskategorie erübrigt sich wegen des Digitalbetriebes. Hier sorgt die elektronische Motorregelung für ein hohes Drehmoment über den gesamten Drehzahlbereich hinweg.  Es genügen die preisgünstigeren Varianten. Die Untersetzung kann moderat ausfallen und die zierlichen Zahnräder M0,2 können durch M0,3 ersetzt werden.

In den Bildern oben sieht man das bestückte Fahrwerk. Der Eingriff zwischen Schnecke und Schneckenrad wird durch Langlöcher in der Motorhalterung eingestellt. Die Isolierschlitze (0,4mm) in den gefrästen Rädern aus Neusilber sind mit 2K-Klebstoff gefüllt und leicht überdreht. Der Kollege Feinmechaniker hat mit seinem filigranen Werkzeug und feiner Hand noch Korrekturen um Bruchteile eines Millimeters zu tätigen. Die rostige und ausgemusterte Jacobi im Hintergrund träumt davon eines Tages auch so aufgearbeitet zu werden.

Auf den beiden Fotos ist die schwenkbare hintere Achse zu erkennen, die Teile des Fahrzeuggewichtes aufnehmen soll. Die Schwenkbewegung hat ihren Drehpunkt über der mittleren Treibachse. Die beiden auf einem Kreisbogen angeordneten Kugellager berühren unten den Boden des Fahrzeuggehäuses. Die etwas helleren Teile aus Neusilber wurden geätzt. Durch einen Aufbau in mehreren Schichten kann man Deckel mit Scharnier am Gehäuse oder genietete Pufferbohlen nachbilden. Vorzugsweise wurde weich gelötet. Einige Teile sind auf der Drehbank entstanden. Die Federn, die Lagerböcke und die Zylinder sind auf der Fräse gefertigt worden. Das Fahrwerk wird von unten eingeschoben. Der Motor befindet sich im Kessel. Die Fensterrahmen wurden gefräst. Diese können  extra lackiert werden. So ist eine saubere farbliche Trennung zwischen Gehäuse und Fensterrahmen ist möglich.

Der Bericht wird fortgesetzt.